Archiv für März 2012

BMW & das „Lab“

Die Linke und ehemalige Senatorin Lompscher wurde mit der Aussage zitiert, Guggenheim möge doch die Zusammenarbeit mit BMW überdenken. Der korrupte Bürgermeister Wowereit hingegen hält BMW für genau den richtigen Konzern zur Durchführung des „Lab“ in Berlin. Doch welche Rolle spielt BMW eigentlich beim „Lab“?

1. BMW erhofft sich durch das „Lab“ eine Image-Verbesserung und den Kontakt zu neuen Zielgruppen. Darüber hat der sogenannte BMW-Marketing-Chef Ellinghaus im Interview mit dem Manager Magazin dankenswerterweise bereits vor längerer Zeit und sehr offen alles Wesentliche gesagt.

2. BMW ist an der inhaltlichen Ausrichtung des „Lab“ direkt beteiligt. Es ist eben NICHT so, daß BMW ein reiner Sponsor im Hintergrund ist und das „Lab“ durch die Guggenheim Foundation geplant und gestaltet wird: BMW ist immer direkt mit dabei. Hier geht es um direkte Interessen von BMW über die allgemeine Image-Aufpolierung hinaus. Der Schwerpunkt „Mobilität“ beim Lab ist direkt auf das Interesse von BMW zurückzuführen, Produkte in diesem Bereich zu vermarkten. Auch hier findet Ellinghaus deutliche Worte: „Zudem sprechen wir über etwas Einzigartiges: Über die Entwicklung gemeinsamer Formate“ – wo es dann eben (auch) um „Technologie wie wie das Head-up Display“ und „Connected Drive“ gehen soll.

3. Alle wesentlichen Entscheidungen werden bei BMW getroffen. Nach unseren Informationen war bei allen (mindestens 3) Treffen mit dem Berliner LKA vor der Absage des „Lab“ am Spreeufer in Kreuzberg zwar immer die „Sicherheits-Abteilung“ von BMW beteiligt, in keinem Fall aber ein Vertreter von Guggenheim.

Der sogenannte Marketing-Chef von BMW, Ellinghaus, im Wortlaut (Interview mit dem Manager Magazin vom 06. Juli 2011)

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BMW-Marketingchef Ellinghaus

„Das Auto hat seine Grenzen“
Von Hannah Bauhoff

Offene Architektur: Im BMW Guggenheim Lab, hier ein Modell des Entwurfs des Ateliers Bow-Wow, will BMW sich mit grundsätzlichen Fragen der Stadtplanung befassen
[Orginal-Unterschrift unter dem Bild im Manager Magazin]

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„Das Schweigen der Quandts“

Wer ist diese Familie Quandt, die über ein Vermögen von mehr als 20 Milliarden Euro verfügt, 46,6 Prozent an BMW hält und auch sonst in der Industrielandschaft der BRD eine mächtige Rolle spielt – „die reichste Familie Deutschlands“, wie sie vom NDR bezeichnet wird?

Der NDR-Film von 2007, der zeigt, wie das Grundkapital von Quandt (und damit auch BMW) durch Zwangsarbeit in über 50.000 Fällen, Arisierungen, Produktion für die faschistische Kriegsführung sowie direkte Mitarbeit im Nazi-System zustande kam, ist in guter Qualität auch online erhältlich.

Nur ein einziges Mitglied der Familie Quandt, Sven Quandt, war bereit, vor der Kamera zu sprechen, und er sagt folgendes über die enge Zusammenarbeit des Quandt-Familie mit den Nazis und die Herkunft des Familien-Vermögens: „Je mehr wir, an dieses Stelle, im Prinzip, darüber nachdenken und daran erinnert werden, genauso wird man im Ausland daran erinnert. Und da müssten wir endlich mal versuchen das zu vergessen. Es gibt in anderen Ländern ganz ähnliche Dinge, die passiert sind, auf der ganzen Welt, da redet keiner mehr drüber. Und es hat auch keinen Negativtouch. Bei uns hat es immer den Negativtouch.“ Sagt der Sohn des Nazi-Verbrechers Herbert Quandt und direkter Erbe eines Milliardenvermögens, zustande gekommen durch Zwangsarbeit und Arisierungen.

ARTE-Version (60 Minuten)

NDR-Version (90 Minuten)

(Die von uns vorher geposteten Links waren teilweise nicht richtig. Danke für den Hinweis und Verweis auf die richtigen Links!)

Wir wollen nicht verschweigen, daß sich nach der Ausstrahlung des NDR-Filmes „Das Schweigen der Quandts“ auch die reichste Familie Deutschlands gezwungen gesehen hat, auf eine äußerst symbolische Weise in der Öffentlichkeit den Anschein zu erwecken, sie habe sich mit ihrer Vergangenheit auseinandergesetzt und Konsequenzen gezogen. Genau 5 Millionen Euro wurden für ein Projekt zur Erinnerung an Zwangsarbeit während des Nationalsozialismus gespendet – etwa 0,025 Prozent des Familien-Vermögens also.

Pressemitteilung der Wrangelkiez-Initiative

Das BMW-Gentrifizierungs-Lab ist Teil des Problems, nicht seiner Lösung

Ein paar Richtigstellungen zur medialen Hetze

Die BMW-Image-Designer biedern sich im Kiez an. Kastanienallee, Pfefferberg und Kreuzberg gehen auf Distanz, dem LKA schwant Schlimmes, BMW lässt die Presse berichten, als sei ein Rechtsbruch bewiesen. So wird Kritik und politisches Engagement kriminalisiert und obendrein seitens der „Volksvertreter“ als dumpf abgestempelt! Nun rätselt der schwerfällige BMW-Denk-Panzer seit Tagen, wie die verärgerten Gäste ihrer ersten öffentlichen Veranstaltung (Cuvrystrasse) -also die von willkürlicher Mietsteigerung und Verdrängung betroffenen oder bedrohten AnwohnerInnen, die KritikerInnen eines unsozialen Mietrechts, die von BMW-Banalitäten enttäuschten KunstliebhaberInnen und die kritische Öffentlichkeit- ein weiteres Mal zu täuschen und beleidigen seien. Schluss damit!
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BMW: Ausbeuten und profitieren

BMW ist gerade einer der Konzerne, die besonders aggressiv darin sind, ArbeiterInnen-Rechte und Tarifverträge durch den massiven, systematischen Einsatz von LeiharbeiterInnen und sogenannte „Werksverträge“ zu umgehen. Für die BMW-Eigentümer lohnt sich diese Strategie: schließlich betrug der Profit 2011 nach Abzug aller Steuern sage und schreibe 4.900.000.000 Euro, fast 5 Milliarden.

Was das für die Arbeiterinnen und Arbeiter bedeutet, beschreibt die „Frankfurter Zeitung“ heute in einem Artikel unter dem Titel „Mund halten und weiter arbeiten“ am Beispiel des BMW-Werkes in Leipzig, wo mittlerweile deutlich mehr als die Hälfte der Beschäftigten nahezu ungeschützt und grottenschlecht bezahlt mit Leiharbeits- oder Werkverträgen arbeiten.

In einem weiteren Artikel unter dem Titel „Manager lernen Lohndumping“ beschreibt die FR, wie Werksverträge zur Aushebelung von Tariflöhnen und ArbeiterInnen-Rechten bei BMW und anderen Großkonzernen systematisch zur Profitmaximierung eingesetzt werden.
Aus dem Artikel: „Im BMW-Werk Regensburg wurden in den vergangenen vier Jahren Leiharbeiter mit knapp zwölf Euro pro Stunde entlohnt. Am Fließband aber standen ebenso Werkvertragler mit einem Stundenlohn von 7,81 Euro.“

Dass BMW uns nun hier mit dem sogenannten „BMW-Lab“ ein Forum zur Verfügung stellen will, wo nicht nur die Vergangenheit, sondern auch die Gegenwart des Ausbeuter-Konzerns BMW ausführlich dargestellt und disktutiert werden kann, werden wir zu schätzen wissen.

Splitter und Perlen

Die Ereignisse schreiten schnell voran. Gerne würden wir einen ausführlichen Überblick geben, aber das kriegen wir gerade nicht hin. So hier also ein paar willkürlich ausgewählte Splitter – und Perlen.

Fangen wir mit den Perlen an. Was uns sehr amüsiert hat, ist das Interview mit einem gewissen Herrn Wansner, so genannter „Innenexperte“ der Berliner CDU. Aber seht selbst bei Youtube“: „…dann gnade uns der liebe Gott.“
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