„Das Schweigen der Quandts“

Wer ist diese Familie Quandt, die über ein Vermögen von mehr als 20 Milliarden Euro verfügt, 46,6 Prozent an BMW hält und auch sonst in der Industrielandschaft der BRD eine mächtige Rolle spielt – „die reichste Familie Deutschlands“, wie sie vom NDR bezeichnet wird?

Der NDR-Film von 2007, der zeigt, wie das Grundkapital von Quandt (und damit auch BMW) durch Zwangsarbeit in über 50.000 Fällen, Arisierungen, Produktion für die faschistische Kriegsführung sowie direkte Mitarbeit im Nazi-System zustande kam, ist in guter Qualität auch online erhältlich.

Nur ein einziges Mitglied der Familie Quandt, Sven Quandt, war bereit, vor der Kamera zu sprechen, und er sagt folgendes über die enge Zusammenarbeit des Quandt-Familie mit den Nazis und die Herkunft des Familien-Vermögens: „Je mehr wir, an dieses Stelle, im Prinzip, darüber nachdenken und daran erinnert werden, genauso wird man im Ausland daran erinnert. Und da müssten wir endlich mal versuchen das zu vergessen. Es gibt in anderen Ländern ganz ähnliche Dinge, die passiert sind, auf der ganzen Welt, da redet keiner mehr drüber. Und es hat auch keinen Negativtouch. Bei uns hat es immer den Negativtouch.“ Sagt der Sohn des Nazi-Verbrechers Herbert Quandt und direkter Erbe eines Milliardenvermögens, zustande gekommen durch Zwangsarbeit und Arisierungen.

ARTE-Version (60 Minuten)

NDR-Version (90 Minuten)

(Die von uns vorher geposteten Links waren teilweise nicht richtig. Danke für den Hinweis und Verweis auf die richtigen Links!)

Wir wollen nicht verschweigen, daß sich nach der Ausstrahlung des NDR-Filmes „Das Schweigen der Quandts“ auch die reichste Familie Deutschlands gezwungen gesehen hat, auf eine äußerst symbolische Weise in der Öffentlichkeit den Anschein zu erwecken, sie habe sich mit ihrer Vergangenheit auseinandergesetzt und Konsequenzen gezogen. Genau 5 Millionen Euro wurden für ein Projekt zur Erinnerung an Zwangsarbeit während des Nationalsozialismus gespendet – etwa 0,025 Prozent des Familien-Vermögens also.