Von New York lernen!

Privatisierte Stadt, privatisierte Diskussion. Auch wo BMW draufsteht und drin ist und dahinter steht, soll doch möglichst „offen“ diskutiert werden, um diese plumpe Image-Veranstaltung nicht als das erscheinen zu lassen, was sie ist: nämlich eine plumpe, ausschließlich ökonomischen Interessen – d.h. der Profitsteigerung von BMW – verpflichtete Image-Veranstaltung.

Wie könnte eine Kritik aussehen, die sich nicht integrieren lässt? Vielleicht lassen wir uns von New York inspirieren?

Die Occupy Wall Street-Bewegung, auch sauer über die Vereinnahmung selbst dieser kritischen Bewegung durch das BMW-Lab, hatte geplant, die Abschlußfeier des „Labs“ am 16. Oktober nicht nur für Proteste, sondern auch für die Aneignung des Ortes zu nutzen. Das allerdings ging BMW und den Lab-OrganisatorInnen dann doch viel zu weit: Die Abschlußfeier wurde früher abgebrochen, die Anwesenden von Security rausgeschmissen und vor die Tür Polizei gestellt – die gleiche Polizei, die einen Monat später mit viel Gewalt die absolut friedliche Besetzung des Zucotti-Parks räumte.

Sobald die Diskussion Formen annimmt, die nicht mehr integrierbar sind und den geplanten Ablauf des BMW-Lab zu stören drohen, wird das Lab zugemacht, Diskussionen, falls gewünscht, finden nur noch am Zaun mit Wachschutz und Polizei statt. Die geplante Besetzung und Aneignung des „Lab“ am letzten Tag führte zu einem Polizeieinsatz, Abbruch der Abschlußparty und offensichtlich viel Nervosität bei BMW und Lab-Organisation.

Was wäre gewesen
– nur mal so als spekulative Möglichkeit, auch Tagesspiegel und LKA werden nicht behaupten können, hier sei zu Gewalt aufgerufen worden – wenn der Besetzungs-Versuch nicht am letzten Tag zur Abschlußparty, sondern gleich am ersten Tag zur Eröffnung passiert wäre? Die Occupy Wall Streeet-Menschen durch brutale Gewalt zu räumen, wie das einen Monat später im Zucotti-Park geschehen ist, hätte das Ansehen von BMW in der Welt bestimmt nicht befördert.

Der Bericht zur geplanten Besetzung und der Reaktion des BMW-Lab findet sich u.a. hier, über diese Episode wurde auch im Spiegel berichtet.