24.04.: Video-Kundgebung gegen das „Lab“

BMW & Quandt: Woher kommt eigentlich die Knete?

Dienstag, 24.4.12 // 20:30 Uhr // Schönhauser Allee 176 (direkt vor Eingang“Pfefferberg“)

Video-Kundgebung gegen das geplante „BMW Guggenheim Lab“ mit dem Film „Das Schweigen der Quandts“ (Dokumentation zur Herkunft des BMW/ Quandt-Kapitals aus Zwangsarbeit und Arisierungen unter der Nationalsozialistischen Herrschaft, 2007, 55 Minuten)

Vorfilm: „Werkverträge – das nächste Lohndumping-Modell der Arbeitgeber“ (ARD-Monitor, 7 Minuten)

Am 15. Juni soll auf dem „Pfefferberg“-Gelände in Prenlauer Berg das sogenannte „BMW Guggenheim Lab“ eröffnen. Das „Lab“ ist eine zu 100 Prozent von BMW bzw. der BMW-Eigentümer-Familie Quandt finanzierte Installation, in der unter anderem auch über die „Zukunft von Berlin“ diskutiert werden soll. Wir sagen: ein von BMW/ Quandt finanziertes Diskussionsforum ist kein Teil der Lösung, sondern ein Teil des Problems.

Die Familie Quandt…

… war eine der wichtigsten Industriellenfamilen während des Nationalsozialismus und Teil des Nationalsozialistischen Regimes
… profitierte in großem Umfang von Arisierungen
… beutete über 50.000 Zwangsarbeiter_innen und KZ-Häftlinge aus, von denen viele die Torturen nicht überlebten
… konnte auch nach dem Ende des Nationalsozialismus als Herrschaftsform die über die dort erzielten Profite fast vollständig weiter verfügen
… stieg mit dem durch aktive Mitarbeit im nationalsozialistischen System erzielten Gewinnen 1959 in großem Umfang bei BMW ein
… vergibt bis heute den nach dem Nazi Herbert Quandt benannten „Medienpreis“ für die beste mediale Darstellung der Alternativlosigkeit des Kapitalismus
… besitzt heute ein Privatvermögen von über 30 Milliarden Euro
… ist einer der größten Parteispender der Bundesrepublik, gespendet wird ausschließlich CSU, CDU und FDP

BMW…

… wird kontrolliert durch die Familie Quandt, die die Hälfte der Aktien besitzt.
… hat im Südafrika unter der Apartheid prächtige Gewinne erziehlt.
… ist heute wie kein anderer Autokonzern systematisch bemüht, durch Leiharbeit und sogenannte „Werksverträge“ die Löhne zu senken und die Arbeiter_innen durch einen prekären Status mundtot zu machen.
… hat alleine im ersten Quartal 2012 über 400.000 Autos verkauft
… hat 2011 einen Profit von 4,9 Milliarden Mark gemacht

Die herrschende Politik hat hunderttausende Wohnungen und das Trinkwasser privatisiert, die Mieten in der Berliner Innenstadt sind explodiert, die Profite der Immobilien-Unternehmen erreichen ungeahnte Dimensionen. Nun soll auch noch die Diskussion über die Zukunft der Stadt privatisiert werden, und ausgerechnet BMW will hier eine wichtige Rolle spielen.

BMW ist kein gemeinnütziges Projekt mit Interesse an einem guten Leben für Alle, sondern ein Konzern, der alles tut, um seine Profite zu maximieren. Auf der einen Seite prekäre Arbeiter_innen mit Werksverträgen und 7,79 Euro Brutto-Stundenlohn, auf der anderen Seite fast 5 Milliarden Profit alleine im letzten Jahr.

BMW und die BMW-Eigentümer-Familie Quandt stehen für eine Gesellschaft ungleicher Einkommen, sozialer Ungerechtigkeit, Ausbeutung und Profitstreben um jeden Preis. BMW ist nicht nur unglaublich profitabel, sondern auch enorm mächtig. Wowereit hat in den letzten Wochen während der Diskussion um das BMW-Lab vorgeführt, was herrschende Politik, die die Verhältnisse akzeptiert, ist: Erfüllungsgehilfe des Kapitals und seiner Profit-Interessen.

Es gibt dringende Probleme in dieser Stadt, die nicht nur diskutiert, sondern vor allem gelöst werden müssen: zunehmende soziale Ungleichheit, Kinderarmut, steigende Mieten und die damit verbundene Verdrängung, Zwangsgumzüge von Hartz-IV-BezieherInnen, Räumungen von alternativen, sozialen und kulturellen Projekten und noch einiges mehr. Auf dem Weg zu einer gerechteren Zukunft für Alle ist BMW kein Teil der Lösung, sondern Teil des Problems, das es zu überwinden gilt.

BMW will mit dem „Lab“, so der Marketing-Chef des Groß-Konzerns, sein Image aufbessern, neue Käufer-Schichten erreichen und auch direkt von den Diskussionen, wie etwa zum Thema „Mobilität“, profitieren. Wir sagen: BMW ist ein Dreckskonzern! Das Grundkapital stammt aus Arisierungen und Zwangsarbeit. Maximierte Profite sind auch heute das einzige, wofür sich BMW tatsächlich interessiert.

BMW möchte sein Image aufbessern. Wir hingegen werden das sogenannte BMW-Lab als Gelegenheit nutzen, die Verlogenheit, Profitgier und absolute Unmoral von BMW und Quandt lautstark in die Öffentlichkeit zu tragen.

Wir werden nicht zulassen, dass nach Wohnungen, Grundstücken und Trinkwasser jetzt auch noch die Diskussion um die Zukunft unserer Stadt privatisiert und in die Hände von profitgeilen Großkonzernen gelegt wird.

„Schnauze voll!“ – AnwohnerInnen und Projekte aus Mitte und Prenzlauer Berg

Flyer zur Kundgebung zum Ausdrucken und Verteilen