Video-Kundgebung gegen das „Lab“

(von Indymedia)

Trotz strömenden Regens fand am letzten Dienstag vor dem geplanten Standort des „BMW Guggenheim Lab“ auf dem Pfefferberg im Prenzlauer Berg eine Video-Kundgebung unter dem Motto „BMW Lab verhindern“ statt. Aufgerufen hatte ein Bündnis namens „Projekte und Initiativen aus Mitte und Prenzlauer Berg“.

Das Wetter war Pech – kurz vor Beginn der Kundgebung fing es in Strömen an zu regnen, 10 Minuten nach Ende der Kundgebung war der Regen vorbei. Trotzdem wurde die Video-Kundgebung durchgeführt.

Nachdem zusätzlich zum Regen die Bullen den eigentlich angemeldeten Standort, die Straße direkt vor dem Pfefferberg, verboten hatten und die Kundgebung ersatzweise auf eine Freifläche auf der gegenüberliegenden Seite ausweichen mußte, sich dann auch noch der Aufbau des regen-schützenden Pavillons als äußerst komplex erwies, verzögerte sich der Kundgebungsbeginn.

Der geplante Vorfilm über Werksverträge als neues Mittel für Ausbeutung und Umgehung von ArbeitnehmerInnen-Rechten (nicht nur) bei BMW wurde auf ein späteres Mal verschoben. Es gab Redebeiträge zur von steigenden Mieten und Verdrängung geprägten Situation im Kiez und in der Berliner Innenstadt, und zur Rolle des „Lab“ als reine BMW-Image-Veranstaltung. Klargemacht wurde, daß es nicht unbedingt an Erkenntnissen über die Probleme der Stadt mangele, dafür um so mehr am politischen Willen, gegen Verdrängung, Zwangsumzüge, Räumungen aktiv zu werden. Im Gegenteil: u.a. durch massenhafte Privatisierungen wurde und wird diese Entwicklung durch die herrschende Politik aktiv vorangetrieben, so eine Rednerin.

Trotz des strömenden Regens waren es dann doch noch ungefähr 60 Menschen, die den Hauptfilm der Kundgebung – „Das Schweigen der Quandts“ zur Vergangenheit der hinter BMW steckenden Quandt-Familie – sehen wollten. Auch wenn nach zwischenzeitlichen technischen Problemen (und noch mehr Regen) nicht alle TeilnehmerInnen bis zum Ende blieben, sehen wir die Veranstaltung als Erfolg an. Nicht zuletzt der völlig maßlose Bulleneinsatz dürfte deutlich gemacht haben, daß es noch lange nicht ruhig um das „Lab“ geworden ist.

Auch Presse war reichlich anwesend, darunter 3Sat, RBB, Tagesspiegel und die taz.

Überrascht waren wir über den doch recht sachlichen Artikel im „Tagesspiegel“. 3Sat Kulturzeit berichtete auch recht objektiv. Nicht überrascht waren wir über den ausnehmend beschissenen Artikel in der „taz“. Nachdem diese Zeitung erst kürzlich postulierte, daß der Protest gegen das Lab „nerve“, statt dessen aber zunehmend Henkel umschleimt und Henkels jugenliche Myfest-Polizei-Söldner großartig findet, bestehen wenig Illusionen über das Wesen dieser Zeitung: die „taz“ verbindet reaktionäres Denken mit einer umfassenden Unfähigkeit zu sorgfältigem Journalismus – eine zwar nicht uninteressante, aber trotzdem nicht sehr lesenswerte Mischung.