Wowereits ist 14cm länger … und das ist auch gut so!

Unser aller Bürgermeister ist ein prinzipienfester Mann, der mit allen Farben kann.
(„Ob grün, ob schwarz, ob rot, ich koaliere alle tot.“
Zum nächsten Karneval wird er sich sicher als Pirat verkleiden.)

Er war erzürnt, als Bürger unserer Stadt, linke Miesmacher, die behaupten, er ließe sich vor jeden Premium-Karren spannen, sich erdreisteten, gegen das BMW GuggenheimLab zu protestieren und brachte sogleich seinen geliebten roten Teppich ins Rollen:

„Die Anti-Gentrifizierungsaktivisten, die das temoräre Denklabor zur Zukunft des städtischen Lebens durch ihre Drohungen zumindest in Kreuzberg gründlich vermasselt haben, stellt der Regierende Bürgermeister und praktizierende Kultursenator in die Ecke kleingeistiger Chaoten und provinzieller Verhinderer. Ins gleiche Horn bläst der Koalitionspartner Frank Henkel.
BMW und Guggenheim, das sind doch genau die Global Player, die wir in Berlin brauchen, ihrem Projekt müsse man „den roten Teppich ausrollen“ - so funktioniert der Stadtmanager Wowereit. Weltoffenheit hieß schon unter seiner rot-roten Regierung: Unternehmen, Investoren und andere Möchtegern-Berlin-Gestalter aus der großen weiten Welt anlocken, koste es, was es wolle.“

schrieb die Berliner Zeitung am 21.2.2012.

Warum sein Zorn?

Er kann sich doch mit seinem gepanzerten Dienst-BMW, den kein Farbbeutel zu durchdringen vermag, durch die Gegend kutschieren lassen, solange er Bürgermeister ist, vielleicht sogar noch auf der ausgebauten A100. Und danach läßt er sich wie unser Ex-Außenminister und dessen Ziehmutter Madeleine Albright (Ex-Außenministerin der USA) einfach mit einem Beratervertrag für BMW bedenken, z. B. als Elektromobilitäts-Avangardist. Fischer hilft, den Premium-Hersteller BMW ergrünen zu lassen:
„In München sind sie uneingeschränkt stolz auf ihre Neuverpflichtung: ‚Er ist ein Sympathieträger, den man uns nicht sofort zugetraut hätte‘, sagt ein BMW-Sprecher.“ (FAZ, 21.9.2009)
Wowereits Dienstwagen
Hier übt sich BürgerMeister Wowereit bereits als BMW PR-Berater, quasi von Amts wegen.

Allerdings muß er noch ein wenig an seiner Glaubwürdigkeit feilen. Er kann nicht Berlin als Schaufenster der Elektromobilität vermarkten wollen und von Nachhaltigkeit schwadronieren und sich gleichzeitig mit einer der größten Dreckschleudern, die Deutschlands Politiker benutzen, zu den roten Teppichen kutschieren lassen.

Beinfreiheit für Wowereit
titelte ein Kommentator des Tagesspiegels vom 19.4.2011 süffisant:
„Klaus Wowereit (SPD) ist seinen Amtskollegen in den anderen Bundesländern 14 Zentimeter voraus. Der Regierende Bürgermeister fährt seit neuestem einen extralangen Dienstwagen.“

„Der gepanzerte BMW 750 Li, den es auch in einer 14 Zentimeter kürzeren Variante gibt, wird sonst vor allem in China geschätzt. BMW verkauft die Luxuslimousine (Gesamtlänge: 5,21 Meter) an die Neureichen der Volksrepublik, die morgens gerne ein bisschen Beinfreiheit haben, wenn sie in Peking oder Schanghai im Stau stehen. Auf den Berliner Dienstwegen macht sich das 407-PS-Schiff, das 266 Gramm Kohlendioxid (CO2) pro Kilometer ausstößt, nicht so gut, wie die Deutsche Umwelthilfe (DUH) findet.
(…)
Wowereits CO2-Bilanz ist freilich mehrfach bemerkenswert. Erstens, weil der Regierende Berlin zur Hauptstadt der nachhaltigen Fortbewegung machen will – aber trotzdem einen noch größeren Dienstwagen fährt als 2010.
(…)
Rot-Rot hält das aus, wird der Regierende denken und sich im Fond des langen Siebeners strecken. Platz genug ist hier, um bei Gelegenheit das Aktionsprogramm aufzuschlagen, mit dem Berlin 100.000 Elektroautos auf die Straße bringen will, damit die Welt 2020 wieder auf diese Stadt schaue. Im Vorwort schreibt Klaus Wowereit: „Sichtbarer und erfahrbarer Nutzen schafft Akzeptanz, Nachfrage und Märkte.“

Wowereit bei BMW
Jedenfalls stößt Wowereit mit seinen Kumpels von BMW schon einmal auf vergangene und zukünftige gute Zusammenarbeit an.

Und falls es mit BMW nicht klappt, es gibt ja noch andere Premium-Hersteller. Und wie wir wissen, schlürft Herr Wowereit ja aus allen Bechern: rot, grün oder schwarz, mit oder ohne Henkel. (Sein neuer Polit-Partner, Innensenator Henkel, fährt übrigens auch BMW, allerdings nur privat, wenn er mal seinen Dienstwagen verlassen kann.)
wowereit und kubicki voe mercedes
Uups! Falsche Marke! Klaus und Jörn auf einem ihrer roten Teppiche vor einer ihrer Premiummarken.

Wowereit u. Kubicki auf der Berlinale vor 7er BMW
Na, geht doch! Wowereit und Kubicki auf der Berlinale vor 7er-BMW der Berlinale-Flotte.

Und ehrlich, als erfahrene Kiffer raten wir euch, schlaft lieber in eurem BMW-High-Security Auto, falls Eure Matratze mal wieder brennt.