Do kom do Polozo, jo, wos ost donn dos?

Gestern wurde das BMW Guggenheim Lab eröffnet.

Ein interessanter Aspekt der Public Private Partnership (im Soziologen-Deutsch als „kooperatives Zusammenwirken von Hoheitsträgern mit privaten Wirtschaftssubjekten“ definiert, wobei „PPP in vielen Fällen mit einer teilweisen Privatisierung von öffentlichen Aufgaben einhergeht.“) wurde dabei sichtbar, der des Zusammenwirkens von Polizei und privaten Sicherheitsdiensten.
sicherheitsdienst
Nischen-Polizei

Wie äußerte sich doch die bedauernswerte Kuratorin des BMW Guggenheim Lab bezüglich der Polizei-Präsenz?

„Wenn jemand eine Präsentation im Lab macht, möchte ich nicht, dass die Besucher das Gefühl haben, sie sind von Polizei umringt.“ (Der Tagesspiegel, 28.4.12)

„Das Lab ist ein Kulturprojekt, es ist ein kleines Projekt. Es muss nicht von hundert Polizisten beschützt werden.“ (Netzseite der ‚GSD. Wir schaffen Sicherheit‘ (s. link oben)

Polizei in der Christinenstr.

In gewisser Weise hat sie recht, denn laut Einsatzleiter Roman Seifert waren nur „etwa 50 Polizisten“ vor Ort.
wenke u.a.
Die dann auch denen, die gegensätzliche Meinungen lautstark vertraten, den Zutritt verwehrten. Die Polizei nahm die Personalien auf und erteilte Platzverweise.
Sogar Mitgliedern des Anwohnervereins „Leute am Teute“ wurde der Aufenthalt auf ‚ihrem‘ direkt an den Pfefferberg angrenzenden Teutoburger Platz untersagt. Dabei hatte das BMW Guggenheim Lab den Verein am Vortage ausdrücklich eingeladen, auch kritische Positionen zu vertreten, allerdings nur Donnerstag nachmittags von 15 -16 Uhr, wenn wir es uns richtig in unseren Protest-Terminkalender eingetragen haben.

Hier ’ne Wanne, da ’ne Wanne, mittendrin ’ne Rösterpfanne

So viel „Lärm um nichts“ könnte man sagen angesichts des Pille-Palle-Programms des BMW Guggenheim Lab (s. Spiegel-online: „Viel Lärm um eine Bastelecke“).
Aber empören kann man sich schon darüber, wieviel Geld verschleudert wird für die kreativen Bastelkurs-Experten vom MIT und anderswo, für die Sicherheitsdienste und Polizeieinsätze. Für das Einfliegen des Guggenheim-Chefs Armstrong aus New York, für
Wowereit und Armstrong: Wo liegt Mumbai?
Armstrong: „Mumbai liegt wirklich nicht in Italien?“ Wowereit: „Nein, am Po.“ (In seiner Eröffnungsrede siedelte Armstrong Mumbai zunächst in Italien an.)

Wowereits Stippvisite im 750er-Security-Car-BMW, für die Anwesenheit des BMW-Kulturchefs Girst (dezent im Hintergund platziert wie sein Logo), um sich gegenseitig zum Premium-Marken-Laboratorium in der „vielleicht kreativsten Stadt der Welt“ (Armstrong) zu beglückwünschen an einem Ort, an dem, wenn der Geldsack nicht regieren würde, laut früheren Planungen schon lange ein internationaler Kiezkindergarten mit einem auch öffentlich zugänglichen Spielplatz hätte entstehen sollen und können.

Willkommen im Hochsicherheitstrakt der Hochburg der Hochkultur

Polizei vor\'m Pfefferberg
Polizei am 12.5. vor‘m Pfefferberg. Demonstration gegen Schließung von Sozial- und Kulturprojekten
Polizei am 27.4.
Polizei am 27.4. hinter‘m Pfefferberg. Recht auf Stadt. Wir bleiben alle-Demonstration.

Schweres Gerät

Polizei am 27.4. mit Gerät zum Barrikaden Räumen. Gemach, Jungs, wir sind doch nicht in Griechenland, auch wenn es näher rückt!