Brandzeichen (branding)

mit dem Lasso einfangen, niederwerfen

Mit dem Lasso einfangen, niederwerfen, festhalten und brandmarken, so funktioniert das „branding“.

An diesem Ablauf hat sich im Grunde genommen bis heute nichts geändert, nur die Methoden haben sich gewandelt.

Das Anwachsen der Herden und der vermeintlich dummen, noch zu brandmarkenden Kälber machte technische Erneuerungen notwendig wie die Kälber-Wiege.
calf cradle
Das ist eine Vorrichtung, in die Kälber eingeklemmt werden, um ihnen ein Brandzeichen zu verpassen, eine sogenannte „calf-cradle“, eine bemerkenswerte sprachliche Verbrämung.
Es schaut auch schon so aus, als ob sich die Kälblein anstellen, um endlich ihr „branding“ zu erhalten.

Denn Zwang auszuüben, ist nicht so schick. Das behält man sich für Notfälle vor.

Heute hat jeder Rinderbaron und jede Premiummarken-Dynastie ein Leitbild , in dem in der Regel von dem Glanz der Marke, von der Qualität des Produkts, von der Gutherzigkeit der Produzenten, von der Gestaltung der Zukunft, von Visionen, Glaubwürdigkeit, Integrität und „sustainability“, dem Unwort der letzten 25 Jahre, die Rede ist.

Das Platzieren einer Marke

Das „branding“, das Platzieren einer Marke, funktioniert heute mit vielfältigen Methoden, ersonnen von einem Heer von Marketingexperten, Meinungsforschern und Werbeagenturen. Die Marke hat auch einen Markenwert. BMW belegt im Marken-Ranking der Autohersteller mit einem Wert von 19,4 Milliarden den 1. Platz vor Toyota.

Und alles, was mit der Marke zu tun hat, das „branding“, erfolgt „nachhaltig“ (was immer auch diese Begiffshülse ausdrücken soll), umwelt- und ressourcenschonend. Wahrscheinlich erfolgt das Kälber-Branding jetzt mit einem solarbetriebenen Waffeleisen, (s. Programm des BGLab vom 21.6.: „Have you ever wanted to make your own home-roasting waffle iron? Join Anna Young to build your own solar branding roaster using cheap household materials. Learn how solar energy can be used for basic branding purposes and walk away with an awesome solar roaster.“ Just kidding, Anna!)
Die „calf-cradle“ ist selbstverständlich transportabel, weil sie aus einer leichten, aber äußerst haltbaren Karbonfaser hergestellt wurde, entworfen von WauWau aus Pritzwalk, der Heimat der Quandts. Und die hohen Temperaturen, die wiederum für die Herstellung der Karbonfasern benötigt werden, werden aus Wasserkraft gewonnen (s. BMW/SGL Carbon Moses Lake, USA), um die „gesamte Wertschöpfungskette nachhaltig zu gestalten“.
Heute, da wir ja in Huxleys „Schöne(r) neue(r) Welt“ leben und in Neill Postmans „Wir amüsieren uns zu Tode“ und nur, wenn es unbedingt sein muß, Orwells „1984“er Kontrolle und Zwang ausgesetzt werden, haben die Konzerne Heerscharen von Werbefuzzys angestellt, die dafür sorgen sollen, daß die Konsumenten-Kälber sich freiwillig anstellen.

„We make people love a brand“

lautet folgerichtig der Slogan von Häberlein & Mauerer, eine der BMW-Agenturen, zuständig für die Vermarktung des BGLab.

Das BG Lab als Bestandteil des „experiential branding“

Wir haben bereits auf die Worte des BMW-Marketing-Chefs Ellinghaus im Manager-Magazin hingewiesen:
„Wir haben es hier mit einem interessierten, aufgeschlossenen Publikum zu tun, das wir mit traditionellem Marketing und herkömmlichen Kommunikationskanälen immer weniger erreichen. All jene, die ganz definitiv keine Autozeitschriften lesen und die sich weniger für Fernsehen, Print und andere traditionelle Medien interessieren. Diese Menschen erreichen wir mit Veranstaltungen außerhalb der üblichen Terrains einer Premiummarke wie beispielsweise dem Golfsport.
BMW Golfturnier 2012 Mit der Experiential branding-Strategie, und ganz konkret mit dem BMW Guggenheim Lab, möchten wir jene ansprechen, die heute vielleicht noch keine besondere Affinität zur Marke BMW haben. Natürlich erhoffen wir uns positive Abstrahlungseffekte auf die Marke BMW und auf das Unternehmen. Bislang war BMW die Marke für aufstrebende, für junge, für dynamische Menschen. Jetzt möchten wir bewusst zeigen, dass BMW viel mehr ist – das ist ein Paradigmenwechsel im Marketing von Premiummarken. Es geht mitnichten darum, möglichst viel für kulturelles Engagement auszugeben, sondern um eine langfristige, positive Wahrnehmung des Unternehmens als auch um die Reputation der Marke BMW“.

Und weil auf den Märkten immer erneuert und mit immer größeren Sensationen aufgewartet werden muß, reicht es nicht mehr, wenn die Namen bei Fußballspielen, Formel 1-Rennen, Golfturnieren oder bei altbackenem Kultursponsoring auftauchen, sondern es gibt inzwischen „experiential branding“, „guerilla branding“ etc.
Und die Maketing-Spezialisten haben natürlich auch von Mr. Chance und dem „Change“-Slogan seines Vermarkters David Axelrod, dem Obama-Macher, gelernt (die Marke „Obama“ ist ebenfalls inzwischen Milliarden wert.) Sie werfen sich wie die Obama-Vermarkter auf jede aufständische Bewegung, auf jeden Querdenker, nennen sich selbst „Uprising-marketer“ und versuchen, auch zivilen Ungehorsam in Profit umzumünzen.

Ein dezent plaziertes Logo

BMW Logo

Der BMW Kulturchef Girst, der dem BMW-Marketingmanager Ellinghaus in der Deutlichkeit seiner Aussage nicht nachsteht, antwortete auf die Frage:

„Worin besteht für BMW der Nutzen in der konkreten Vernetzung mit der Kultur?“

Girst: „Ganz klar und nicht hinter vorgehaltener Hand: um den Imagetransfer. (…)
Im Idealfall wird BMW als Förderer derart wahrgenommen, das man am dezent platzierten Logo auch den hohen Qualitätsanspruch einer Veranstaltung erkennt, unser Firmensignet als Prädikat und Gütesiegel für Anspruchsvolles auf höchstem Niveau versteht. Und ganz ehrlich, wenn Kaufentscheidungen soziale Entscheidungen geworden sind, wenn der emotionale Mehrwert entscheidend wird für den Erwerb eines Produkts, dann ist fernab von Eventfeuerwerken kulturelle Förderung als über viele Jahrzehnte hin gewachsener Teil der DNA der Unternehmenskultur in diesem Zusammenhang eine durchaus auch strategisch sinnhafte Tätigkeit.“

Sie sollten nicht vergessen, Herr Ellinghaus. Herr Girst, ihr Kuratorinnen und Kuratoren (wofür sorgt ihr eigentlich ? Denkt ihr darüber nach?), selbst in Zeiten, in denen Werber sich nicht entblöden zu fragen: „Do brands have souls?“, gibt es herrenlose Herumtreiber, „mavericks“, wie man die Rinder ohne Brandzeichen nannte nach dem Namen eines Rinderzüchters, der sein Vieh nicht brandmarkte. (Im englischen Sprachgebrauch werden damit eigenwillige Einzelgänger, Nonkonformisten, Rebellen und Querdenker bezeichnet.)
Wir kommen ohne „branding“ aus, auch ohne die moderne Variante implantierter Microchips, mit denen das Rindvieh heutzutage markiert wird.
Und wir lassen uns durch Marken-Placement, Guerilla Marketing, experiential branding über social media und was auch immer nicht die Köpfe vernebeln und ein X für ein U vormachen bzw. eine Autobahn für einen Garten oder eine CO²-Schleuder für einen Gesundbrunnen.

So keep in mind: We are mavericks and our horns are growing!

Papperlabpapp!

P.S.: Noch ein Tip an das BMW-Wunder-Wander-Laboratorium: Wenn ihr nach Mumbai weiterzieht, seid vorsichtig mit dem branding. Denn Mumbais Kühe sind heilige Kühe.

Über die Deutungshoheit in der Stadt


Wer mit dem Geldsack auf sich einschlagen läßt, sollte sich nicht vor Farbbeutelchen fürchten!

Über die Deutungshoheit in der Stadt.

Innensenator Henkel vermeldete: „Wenn die Informationen zutreffen, scheint es so zu sein, dass ein paar Chaoten bestimmen wollen, wer im Kiez leben darf und wer nicht. Das ist mit einer weltoffenen und toleranten Metropole nicht zu vereinbaren.“
Wenn…! (If! If I had a hammer, I‘d hammer in the morning…)
Das war die Sprachregelung in der öffentlichen Debatte um das BMW Guggenheim Lab:
Wir, Bürgermeister und Senat, repräsentieren die weltoffene, tolerante Metropole. Auf der anderen Seite steht die übliche kleine, radikale Minderheit, stehen die Drohungen aus der linksextremistischen Szene, das hohe Gefährdungspotential für die arme „Denkfabrik“.

Worte, Worte, Substantive…

Bei näherem Hinschauen löst sich alles jedoch in einer Reihe von Konjunktiven und Konditionalsätzen auf.
„In einer Gefährdungsbewertung kam das Landeskriminalamt (LKA) zu dem Schluss, dass es zu Sachbeschädigungen kommen könnte
.“
„Auf Internetseiten und in einem anonymen Fax sei ‚abstrakt‘ zur Verhinderung des Lab aufgerufen worden“, sagte Polizeipräsidentin Koppers.
Ach du meine Güte!

Wenn die Informationen zutreffen, scheint es so zu sein, dass…“
Wenn der Innensenator seine Gefahrenanalyse auf Anschein und Konditionalsätzen aufbaut, dann scheint es so zu sein, daß es ihm auch noch gelingen wird, Massenvernichtungswaffen in der Cuvrystraße zu finden.

Die moralische Legitimation von Wowereit und Henkel

Vielleicht hilft ihm da sein Fraktionsvorsitzender Graf , dem Henkel, die CDU-Fraktion, Wowereit und die Kumpels von der SPD ihr Vertrauen aussprachen dafür, daß die Uni Potsdam ihm wegen einiger Plagiate den Doktortitel entzog. (Willkommen im Club!) „Er habe eine zweite Chance verdient“, sagte Henkel. Wofür? Für weiteres Lügen und Betrügen? Für einen erneuten Dr.eh?
Oder Henkel und Wowereit holen sich juristischen Beistand bei dem Notar für Schrottimmobilien Michael Braun (CDU), der im Dez. 2011 nach 12 Tagen sein Amt als Justizsenator eben wegen fragwürdiger Immobiliengeschäfte aufgeben mußte. Natürlich sprachen sie auch ihm ihr „vollstes Vertrauen“ aus, hatten „Respekt vor seiner Entscheidung“ und maßen ihm für die 12 Tage ein bescheidenes Übergangsgeld von 50 000 € zu. (Wieviel bekommt man in Berlin denn nach einem Jahr? 365:12=30×50 000 = 1,5 Millionen € ?)

Oder wie wäre es mit der moralischen Legitimation unseres Bürgermeisters, des Aufsichtsratsvorsitzenden der Flughafengesellschaft, , der von sich behauptet, „keine Ahnung vom Ausmaß der Mißstände“ gehabt zu haben? Man nennt ihn auch Finca-Klaus nach seinem Besuch auf dem spanischen Anwesen
Finca-Klaus des Partyveranstalters Schmidt. Berlin- Capital-Club-Golfer könnte man ihn auch nennen.
(Man beachte die ‚feinsinnige‘ Doppeldeutigkeit in der Namensgebung: Hauptstadt und Kapital/Stammvermögen)Im Privatjet seines Golfer-Buddys Ex-Bahnchef Dürr flog er zum Golfen nach London und schlug den Jetset-Golfer anschließend für das Große Verdienstkreuz vor.
wowereit und wulff
Wowereit und Ex-Bundespräsident Wulff, auch ein Kumpel des
Party-Königs Schmidt

Die Legitimation durch die Wahl 2011

Soviel läßt sich zur moralischen Legitimität der Koalitionsschwätzer sagen.
Und selbst die angeblich durch die Wahlen in Berlin 2011 bestehende Legitimität ist mehr als dünn. Wir haben nachgerechnet. Wowereit sollte sich an die eigene Nase fassen, wenn er davon redet, daß „Protestaktionen kleiner Minderheiten nichts daran ändern“ würden, daß „ein auf Kreativität ausgerichtetes Projekt wie das Labor ein Gewinn für Berlin“ sei.

Wowereit wurde nämlich nur von einer kleinen radikalen Minderheit von 17 % gewählt.

Die Wahlbeteiligung lag bei 60,2%. Die Nichtwähler und die Ungültig-Wähler machen gut 40% aller Wahlberechtigten aus. Die SPD erreichte 28,3% der Stimmen von 60% der Wahlberechtigten. Auf 100% der Wahlberechtigten ergibt das 17%. Wenn man mit 17% der Stimmen sich frech und ohne Selbstzweifel das Bürgermeisteramt anmaßt, leidet
man an Realitätsverlust. Die CDU erreichte 14% (23,3% von 60%). Der Berliner Senat regiert also mit einem Stimmenanteil von 31% und ist den Nichtwählern deutlich unterlegen. Also reißt das Maul nicht so weit auf und fragt euch lieber, warum die Leute nicht wählen gehen. Ihr koaliert euch sowieso zusammen, wie es euch passt.

Wir maßen uns nicht an, für Berlin zu sprechen oder bestimmen zu wollen, wer Berlin besuchen darf, wie behauptet wird. Wir haben gern und oft Gäste, aber wir lassen es uns auch nicht nehmen, unsere Stimmen und unseren tätigen Protest gegen diejenigen zu erheben, die unsere Stadt verkaufen und rote Teppiche ausrollen für Konzerne und Geldsäcke, die uns ihren Schwindel auch noch schönreden wollen.


Kundgebung gegen die Eröffnung des BMW Guggenheim Lab

Samstag, 16.Juni, ab 14 Uhr
Christinenstraße / Zionskirchstraße

Kundgebung für selbst
organisierten Widerstand
gegen die Verdrängung
durch steigende Mieten,
gegen die Privatisierung
und Kommerzialisierung
des städtischen Raumes.
Quandt enteignen!

Wir, Bürgermeister und Senat….


Erinnerung aus Krähwinkels Schreckenstagen

vom Hitzkopf Heinrich Heine

wowereit und henkel
Wir Bürgermeister und Senat,
Wir haben folgendes Mandat
Stadtväterlichst an alle Klassen
Der treuen Bürgerschaft erlassen.

Kreuzberger Spinner sind es meist,
Die unter uns gesät den Geist
Der Rebellion. Dergleichen Sünder,
Fürwahr! sind selten Gandhis Kinder.

Auch Beutelwerfer sind es meist;
Wer einmal mit dem Beutel schmeißt,
Wird endlich auch die Messer schärfen
Und sie auf Senatoren werfen.

Der Obrigkeit gehorchen, ist
Die erste Pflicht für Jud und Christ.
Es schließe jeder seine Bude
Sobald es dunkelt, Christ und Jude.

Und wenn mal ein Investor klagt,
Weil ihn die linke Socke plagt,
Dann holt der Rat ihn in sein Haus
Und rollt den roten Teppich aus
Auf jede Brache dieser Stadt,
Wo sonst mein Hund gepinkelt hat.*


Denn nur der, der Berlin versteht
Und mit uns in die Zukunft geht,
Wird unserm Jahresplan vertrauen,
Gewißlich nicht auf Flugsand bauen
.
Da fliegen sie ja!
Da fliegen sie ja!(Vor der Pleite, als der Hochwohlweise noch die Flughafeneröffnung probte.)

Und wenn auch mal mein Bettchen brennt
(der Jörn war leider eingepennt),
Vertrauet Eurem Magistrat,
Der fromm und liebend schützt den Staat
Durch huldreich hochwohlweises Walten;
Euch ziemt es, stets das Maul zu halten.

Wollt ihr trotz allem protestieren,
Dann brav und sittsam mit Manieren
Wie’s Hündchen, das auf Brachen pisst
Und doch den Teppich nicht vergißt.

*Solange Berlin nicht vollständig „fertig“ und von Immobilienfonds zugebaut und -gepflastert ist, bleibt auch noch Platz für Kinder und Nachtigallen jenseits von „urban future“ und „smart city“. „Berlin gilt schon seit langer Zeit als Hauptstadt der Nachtigallen. Ornithologen vermuten, dass heute bis zu 1.600 Paare von 9.000 deutschlandweit in der Stadt brüten – also mehr als in ganz Bayern. Berlin ist eine unaufgeräumte Stadt. Anders als auf dem Land, wo Flurbereinigung und Schädlingsbekämpfung drohen, gibt es hier nach wie vor mehr angenehm verschlampte Brachen, Bahntrassen, dichte Hecken und wilde Wiesen als in vielen anderen Städten der Welt.“

Wowereits ist 14cm länger … und das ist auch gut so!

Unser aller Bürgermeister ist ein prinzipienfester Mann, der mit allen Farben kann.
(„Ob grün, ob schwarz, ob rot, ich koaliere alle tot.“
Zum nächsten Karneval wird er sich sicher als Pirat verkleiden.)

Er war erzürnt, als Bürger unserer Stadt, linke Miesmacher, die behaupten, er ließe sich vor jeden Premium-Karren spannen, sich erdreisteten, gegen das BMW GuggenheimLab zu protestieren und brachte sogleich seinen geliebten roten Teppich ins Rollen:

„Die Anti-Gentrifizierungsaktivisten, die das temoräre Denklabor zur Zukunft des städtischen Lebens durch ihre Drohungen zumindest in Kreuzberg gründlich vermasselt haben, stellt der Regierende Bürgermeister und praktizierende Kultursenator in die Ecke kleingeistiger Chaoten und provinzieller Verhinderer. Ins gleiche Horn bläst der Koalitionspartner Frank Henkel.
BMW und Guggenheim, das sind doch genau die Global Player, die wir in Berlin brauchen, ihrem Projekt müsse man „den roten Teppich ausrollen“ - so funktioniert der Stadtmanager Wowereit. Weltoffenheit hieß schon unter seiner rot-roten Regierung: Unternehmen, Investoren und andere Möchtegern-Berlin-Gestalter aus der großen weiten Welt anlocken, koste es, was es wolle.“

schrieb die Berliner Zeitung am 21.2.2012.

Warum sein Zorn?

Er kann sich doch mit seinem gepanzerten Dienst-BMW, den kein Farbbeutel zu durchdringen vermag, durch die Gegend kutschieren lassen, solange er Bürgermeister ist, vielleicht sogar noch auf der ausgebauten A100. Und danach läßt er sich wie unser Ex-Außenminister und dessen Ziehmutter Madeleine Albright (Ex-Außenministerin der USA) einfach mit einem Beratervertrag für BMW bedenken, z. B. als Elektromobilitäts-Avangardist. Fischer hilft, den Premium-Hersteller BMW ergrünen zu lassen:
„In München sind sie uneingeschränkt stolz auf ihre Neuverpflichtung: ‚Er ist ein Sympathieträger, den man uns nicht sofort zugetraut hätte‘, sagt ein BMW-Sprecher.“ (FAZ, 21.9.2009)
Wowereits Dienstwagen
Hier übt sich BürgerMeister Wowereit bereits als BMW PR-Berater, quasi von Amts wegen.

Allerdings muß er noch ein wenig an seiner Glaubwürdigkeit feilen. Er kann nicht Berlin als Schaufenster der Elektromobilität vermarkten wollen und von Nachhaltigkeit schwadronieren und sich gleichzeitig mit einer der größten Dreckschleudern, die Deutschlands Politiker benutzen, zu den roten Teppichen kutschieren lassen.

Beinfreiheit für Wowereit
titelte ein Kommentator des Tagesspiegels vom 19.4.2011 süffisant:
„Klaus Wowereit (SPD) ist seinen Amtskollegen in den anderen Bundesländern 14 Zentimeter voraus. Der Regierende Bürgermeister fährt seit neuestem einen extralangen Dienstwagen.“

„Der gepanzerte BMW 750 Li, den es auch in einer 14 Zentimeter kürzeren Variante gibt, wird sonst vor allem in China geschätzt. BMW verkauft die Luxuslimousine (Gesamtlänge: 5,21 Meter) an die Neureichen der Volksrepublik, die morgens gerne ein bisschen Beinfreiheit haben, wenn sie in Peking oder Schanghai im Stau stehen. Auf den Berliner Dienstwegen macht sich das 407-PS-Schiff, das 266 Gramm Kohlendioxid (CO2) pro Kilometer ausstößt, nicht so gut, wie die Deutsche Umwelthilfe (DUH) findet.
(…)
Wowereits CO2-Bilanz ist freilich mehrfach bemerkenswert. Erstens, weil der Regierende Berlin zur Hauptstadt der nachhaltigen Fortbewegung machen will – aber trotzdem einen noch größeren Dienstwagen fährt als 2010.
(…)
Rot-Rot hält das aus, wird der Regierende denken und sich im Fond des langen Siebeners strecken. Platz genug ist hier, um bei Gelegenheit das Aktionsprogramm aufzuschlagen, mit dem Berlin 100.000 Elektroautos auf die Straße bringen will, damit die Welt 2020 wieder auf diese Stadt schaue. Im Vorwort schreibt Klaus Wowereit: „Sichtbarer und erfahrbarer Nutzen schafft Akzeptanz, Nachfrage und Märkte.“

Wowereit bei BMW
Jedenfalls stößt Wowereit mit seinen Kumpels von BMW schon einmal auf vergangene und zukünftige gute Zusammenarbeit an.

Und falls es mit BMW nicht klappt, es gibt ja noch andere Premium-Hersteller. Und wie wir wissen, schlürft Herr Wowereit ja aus allen Bechern: rot, grün oder schwarz, mit oder ohne Henkel. (Sein neuer Polit-Partner, Innensenator Henkel, fährt übrigens auch BMW, allerdings nur privat, wenn er mal seinen Dienstwagen verlassen kann.)
wowereit und kubicki voe mercedes
Uups! Falsche Marke! Klaus und Jörn auf einem ihrer roten Teppiche vor einer ihrer Premiummarken.

Wowereit u. Kubicki auf der Berlinale vor 7er BMW
Na, geht doch! Wowereit und Kubicki auf der Berlinale vor 7er-BMW der Berlinale-Flotte.

Und ehrlich, als erfahrene Kiffer raten wir euch, schlaft lieber in eurem BMW-High-Security Auto, falls Eure Matratze mal wieder brennt.